mascha dabić : reibungsverluste & ilse tielsch: das letzte jahr

edition atelier präsentiert:
mascha dabić : reibungsverluste &
ilse tielsch: das letzte jahr

 

do, 12.10., 19 uhr

kooperation mit der edition atelier
moderation: jorghi poll
eintritt frei, wir laden zu einem glas wein

mascha dabić: reibungsverluste
eine dolmetscherin erzählt. nach zweieinhalb jahren in russland ist nora wieder zurückgekehrt. in ihrem job als dolmetscherin ist sie sprachrohr für traumatisierte flüchtlinge, ebenso wie für die psychotherapeuten. es fällt ihr zunehmend schwer, sich von den leidensberichten der flüchtlinge zu distanzieren und die verallgemeinernde haltung von politik und gesellschaft zu akzeptieren. daneben versucht nora, ihr eigenes chaotisches leben auf die reihe zu kriegen.
mascha dabić zeigt in ihrem roman eindrücklich eine kaum beachtete seite der flüchtlingskrise: die dolmetscherin im hintergrund.

mascha dabić, 1981 in sarajevo geboren, übersetzt literatur aus dem balkanraum, u.a. ausgehen von barbi marković für suhrkamp. studium der translationswissenschaft (englisch und russisch). sie lebt in wien und setzt sich journalistisch mit dem phänomen migration auseinander, arbeitet als dolmetscherin im asyl- und konferenzbereich und lehrt an den universitäten innsbruck und wien. mit ihrem debütroman reibungsverluste wurde sie für den franz-tumler-literaturpreis 2017 nominiert und ist auf der shortlist debüt des österreichischen buchpreises 2017 vertreten, der im november im rahmen der buch wien vergeben wird.

»dass dabić gewohnt ist, zwischen sprachen und welten zu changieren und worte für das unsagbare zu finden, das merkt man ihrem sprachlich durchdachten romandebüt an.« sophie weilandt, orf zib

 

ilse tielsch: das letzte jahr
mit einem nachwort von adolf opel

1938: die neunjährige elfi zimmermann erlebt das letzte jahr vor dem ausbruch des 2. weltkriegs in einem südmährischen städtchen. zu beginn des jahres freut sie sich über ihr neues fahrrad, im herbst besetzen hitlers truppen die sudetengebiete, und alles beginnt sich zu verändern. elfi kann nicht verstehen, warum ihre jüdische freundin, viele nachbarn und immer mehr geschäfte verschwinden und warum ihre eltern nicht mit ihr sprechen, sondern nur miteinander flüstern.
ilse tielsch zeigt ein in dieser schwierigen zeit in ihren gedanken und ängsten alleingelassenes mädchen, das nicht akzeptieren will, dass sein unbeschwertes leben nicht mehr möglich ist.

ilse tielsch wurde 1929 in auspitz/hustopece in mähren geboren und lebt als schriftstellerin in wien. mitglied des österreichischen p.e.n.-clubs und des oesv sowie gründungsmitglied des literaturkreises podium. veröffentlichung von gedichten und romanen, u.a. die trilogie die ahnenpyramide, heimatsuchen und die früchte der tränen. ihre bücher wurden in zahlreiche sprachen übersetzt. sie erhielt viele preise und auszeichnungen, u. a. den anton-wildgans-preis, den südmährischen kulturpreis und 2017 den franz-theodor-csokor-preis für ihr lebenswerk. www.ilsetielsch.at

»diese elfi zimmermann ist zwar eine kunstfigur, ein geschöpf ihrer autorin; aber tief geprägt von der wachen erinnerung an all das, was die junge ilse tielsch im jahre 1938 erlebt hat.« david axmann, wiener zeitung

 

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