susana szwarc: zöpfe / trenzas

einladung zur buchpräsentation

susana szwarc: zöpfe / trenzas
das geraubte geheimnis

lesung & publikumsgespräch spanisch/deutsch

übersetzung: erna pfeiffer
löcker, 2019


sa, 9. 11., 18:30 uhr

wir laden zu argentinischem wein, unkostenbeitrag 5€

kooperation mit frauensolidarität und pen-club austria


susana szwarc ist auf einladung des pen-club austria und dank eines stipendiums des argentinischen fondo nacional de las artes in wiensusana szwarc wurde als tochter polnisch-jüdischer immigranten in argentinien geboren. ihre eltern waren 1947/48, in den wirren nach dem ende des zweiten weltkriegs, auf mehr oder weniger illegalem weg nach argentinien geflüchtet
(der vater über paraguay, die mutter über brasilien). szwarc hat nie ihre großeltern kennen gelernt: die eltern ihres vaters waren in bis heute nicht bekannten konzentrationslagern während der ns-zeit in polen umgekommen.
die eltern der mutter hatte es hingegen auf umwegen über ein arbeitslager in sibirien nach buxoro in usbekistan verschlagen, wo viele verwandte an seuchen starben.

zusammen mit ihrer um ein jahr älteren schwester wurde susana szwarc als kind alleine von der provinz chaco nach buenos aires geschickt. in ihrer jugend schloss sie sich linken gruppierungen an. derzeit lebt sie in buenos aires, wo sie an öffentlichen und privaten institutionen seit 1985 schreibwerkstätten leitet.

zöpfe – trenzas – ist ein roman voller poesie in unheimlicher atmosphäre, in einer vage exotischen, aber auch desolaten umgebung. als argentinisch kann sie manchmal wahrgenommen werden, wenn golden glänzende matebecher von person zu person gereicht und asados gegrillt werden. aber konkrete orte werden keine genannt; schauplätze sind ein namenloses dorf und – im gegensatz dazu, tagesreisen entfernt – eine ebenso anonyme stadt.

zöpfe, die abgeschnitten im straßengraben liegen. rot gekleidete mädchen an der hand ihrer mutter. eine wunderheilerin, in deren augen die farbe rot entsetzen hervorruft. fieber, krankheit, agonien, todeswünsche. eine sterbende liebe, ein auseinanderleben, unverständliche sprachen, verwechselte geburtstage.
gierige zähne, ins fleisch einer melone geschlagen. bis zum grünen erbrechen getrunkener matetee, unstillbarer durst auf grapefruitsaft. ohrenbetäubende schreie. plaudereien unter dem paradiesbaum. fremde großstadt. verwirrende träume. ein geöffneter sarg, verhängte spiegel.
zopfartig wird der text selbst aus verschiedenen strängen, strähnen geflochten, deren verschlungenheit beim lesen wieder aufgedröselt werden muss. das leitmotivartig wiederkehrende gestrüpp, das dickicht, steht für das unentwirrbare, verwirrende dieser extrem dichten poetischen prosa.

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